1.

Bis zu welcher Lattweite kann ich den Großflächenziegel Nibra DS 5 ohne sicherheitstechnischen Mehraufwand verarbeiten?

Gemäß "Fachausschuss Bau" der Berufsgenossenschaft ist die beim DS 5 mit 50,4 Zentimetern angegebene Decklänge mit Traglattung 40/60 mm / S 10 problemlos und ohne sicherheitstechnischen Mehraufwand im Vergleich zu Kleinformaten (10, 12 oder 15 Stck./m2) zu verarbeiten. Denn die Unfallverhütungsvorschrift 203 schreibt in Abschnitt 4.4.1. als lichten Dachlattenabstand 0,4 m vor - inklusive der Rundungsdifferenz also 44,4 cm. Zusatzinfos: vertrieb@nelskamp.de

2.

Wie viel lässt sich durch die Verwendung von Großflächenziegeln gegenüber dem Normalformat einsparen?

Sechs Großflächenziegel sind naturgemäß schneller zu verlegen als 14 kleinformatige Ziegel. Praktische Erfahrungen ergaben eine reduzierte Verlegezeit von 10 bis 15 Prozent. Bei der Lattung (Decklänge 50,4 cm) wird Zeit und Material gespart. Bei einer angenommenen Länge der Dachstrebe (Dachsparre) von 9 m fallen gleich 9 Reihen Traglattung weg - gegenüber Kleinformaten mit einer durchschnittlichen Decklänge von 34cm.

Das niedrige Flächengewicht des "DS 5" (ca. 36 kg/m2) entlastet die Dachkonstruktion im Vergleich zur kleinformatigen Eindeckung um rund 10 kg/m2. Sie kann dadurch erheblich geringer dimensioniert werden. Bei Umdeckungen reichen die vorhandenen, nur gering belastbaren Tragkonstruktionen aus.

Ein großes Format reduziert Zuschnittarbeiten im Bereich des Grates bzw. der Dachkehle, denn die Anzahl der zu bearbeitenden Ziegel verringert sich um rund ein Drittel. Anzudeckende Ziegelecken sind größer als bei Kleinformaten und dadurch besser zu händeln.

Bei Umdeckungen oder einer nicht exakt auf die Decklänge abgestimmten Traglattung fallen beim Einsatz des Nibra DS 5 durch den Verschiebefalz (rund 6 cm) Zuschnittarbeiten weg.

3.

Wie werden Decklänge und -breite für Verschiebefalzziegel ermittelt, wenn die Daten nicht verbindlich in der Herstellervorschrift angegeben sind?

Die mittlere Decklänge wird berechnet, indem zwei Reihen mit je 12 Ziegeln aus verschiedenen Paletten nebeneinander mit der Oberseite nach unten auf dem Boden ausgelegt werden. Bei einer Reihe erfolgt die Messung in gezogenem Zustand der Kopffalze, der anderen Reihe im gedrückten Zustand. Gemessen wird jeweils von der Nasenunterkante des ersten bis zu der des elften Dachziegels.

5.

Was unterscheidet "Longlife" von sogenannten "selbstreinigenden" Oberflächen?

Die "Longlife"-Oberfläche ist extrem glatt, vor allem aber porenarm. Hier findet auch atmosphärischer Feinstaub keinen Halt. Während bei anderen Oberflächen der Regen abperlt (hydrophob), wird hier die gesamte Oberfläche benetzt (hydrophil) und das Wasser kann Verschmutzungen direkt abspülen. Langzeit-Tests auf Frei-Bewitterungsständen beweisen, dass diese Dächer dauerhaft sauber und farbbeständig bleiben: Nach 293 Tagen hafteten auf ihnen nur noch sieben Prozent einer zuvor aufgetragenen Schmutzschicht - während die Kontrollprobe bei anderen Beschichtungen noch 50 Prozent Schmutz aufwies.

6.

Wann kommt ein wasserdichtes, wann ein regensicheres Unterdach zum Einsatz?

In Abhängigkeit der erhöhten Anforderungen, muss bei einer Regeldachneigungs-Unterschreitung von
10o  in jedem Fall ein wasserdichtes Unterdach eingebaut werden.

Im Zweifelsfall bietet eine höherwertige Zusatzmaßnahme zusätzlichen Schutz. An Standorten mit extremen Witterungsverhältnissen sollte das wasserdichte dem regensicheren Unterdach vorgezogen werden. Die wasserdichte Ausführung ist auch in Regionen mit starken Frost-Tau-Wechseln sinnvoll, selbst wenn die Regeldachneigung nur geringfügig unterschritten wird. Denn bei solchen Wetterlagen kommt es oft zur sogenannten Eisschanzenbildung im unteren Dachbereich. Aufgestautes Wasser kann bei einem wasserdichten Unterdach auch bei längerer Verweildauer auf der Dachoberfläche nicht in die Dachkonstruktion eindringen.

7.

Die Schwachstellen bei wasserdichten Unterdächern?

Eine häufige Fehlerquelle ist die ungenügende Unterdach-Ausführung an Dachübergängen und Anschlüssen. Das Unterdach muss in den entscheidenden Details und ohne konstruktionsbedingte Staupunkte an die Dachentwässerung angeschlossen sein.

8.

Wasserdichte Unterdächer - was ist zu berücksichtigen?

  • Ein wasserdichtes Unterdach hat keine Öffnungen - und ist deshalb nur für unbelüftete Dächer geeignet.
  • Wie beim regensicheren Unterdach sind Bahnen, Stöße und Nähte, aber auch Durchdringungen, Einbauteile und Einfassungen wasserdicht auszuführen.
  • Die Abdichtung muss über die Konterlattung geführt werden, damit ihre Befestigung die Dichtungsbahn nicht beschädigt.
  • Die Befestigung der Bahnen sollte im oberen Drittel der Höhenüberdeckung erfolgen.
  • Es muss an die Dachentwässerung angeschlossen werden.
  • Es empfiehlt sich, die Traufausbildung mit einer hochliegenden Dachrinne.